Unsere ersten Frauen

 

Home

 

Arbeitstag

 

Unsere Frauen

 

Anforderungen

 

Ausbildung

 

Petra

Nicole

Nachdem es mit meiner militärischen Pilotenlaufbahn nicht geklappt hatte, wollte ich mich beruflich neu orientieren. Büroarbeiten fesselten mich nicht mehr. Anfänglich plante ich, eine zweite Lehre im technischen Bereich zu machen, aber dann kam mir während der militärischen RS 2001 als Heliwart Superpuma in Payerne ein Spezialauftrag dazwischen, der meine Pläne über den Haufen warf.

Schutz & Rettung Zürich veranstaltete Ende August 2001 eine Leistungsschau, an welcher die neue Organisation von Berufsfeuerwehr, Feuerpolizei, Sanität, Zivilschutz und Kreiskommando vorgestellt wurde. Unter anderem demonstrierte man auch die Zusammenarbeit mit Militär, Polizei und Rega. Dabei war ein Superpuma der Luftwaffe beteiligt, und damit kam ich - als „Heliwart Superpuma“ - ins Spiel. Ein Korporal meines Zuges in Payerne organisierte nämlich diesen Superpuma-Einsatz und brauchte jemand, der die Piloten chauffierte. Ich übernahm diese Aufgabe, und so ergab es sich, dass ich fünf Tage lang bei der Berufsfeuerwehr Zürich Einblick nehmen konnte. Bei dieser Gelegenheit kam ich mit diversen Leuten ins Gespräch, die mich überzeugten, mich bei der Berufsfeuerwehr Zürich zu bewerben. Der Zeitpunkt sei günstig, ein neuer Ausbildungslehrgang beginne in Kürze. So bewarb ich mich, ohne mir allerdings grosse Hoffnungen zu machen.

Als ich vor einigen Jahren der freiwilligen Feuerwehr in Pfäffikon/ZH beigetreten bin, war ich schon bald so begeistert dass ich wusste, ich will mein Hobby zu meinem Beruf machen! So bewarb ich mich, doch leider bekam ich eine Absage. Ich war zu jung, und ich erfuhr, dass es noch gar keine Frauen im Korps gab! Also habe ich mich informiert, was es so alles braucht, um überhaupt eine Chance zu haben. Da ich keinen handwerklichen Beruf erlernt habe, habe ich mich entschlossen, ins Militär zu gehen. Ich war Rettungssoldat in der RS 1999 in Genf. Als ich erfuhr, dass es in absehbarer Zeit keine RS der Berufsfeuerwehr geben sollte, liess ich mich dazu überreden, auch noch die UOS zu absolvieren. Nach einem Unfall musste ich mich aber in die Motorfahrer-UOS umteilen lasse. Um einen weiteren Pluspunkt für mich rauszuholen, habe ich danach noch die Lastwagenprüfung gemacht und als Chauffeur gearbeitet. Dann endlich sah ich ein Inserat von Schutz & Rettung Zürich in der Zeitung, in welchem Berufsfeuerwehrleute gesucht wurden. Ich habe mich natürlich umgehend beworben, und siehe da...!

Von ca. 200 Bewerbern wurden nur 24 für die ersten Prüfungen eingeladen und schlussendlich 9 für die Ausbildung zugelassen. Zu bestehen war ein IQ-Test mit Physikaufgaben, ein Fitness-Test und man durfte die 30m-Autodrehleiter besteigen. Danach wurde die Hälfte zu einem Vorstellungsgespräch gebeten. Dort musste man ca. zwei Stunden lang Rede und Antwort stehen, und zum Schluss begutachtete noch ein Arzt die medizinische Tauglichkeit. Nach dieser Siebung blieben ganze 9 übrig, und wir gehörten dazu.

Im März 2002 begann die abwechslungsreiche und anspruchsvolle Ausbildung. Als Lehrkräfte waren Berufsfeuerwehr-Kaderleute im Einsatz, die uns eine Menge Fachwissen und Berufserfahrung vermittelten. In drei intensiven Monaten wurden wir zu Berufsfeuerwehrleuten ausgebildet. Wir hatten dabei viel Spass und freuten uns schon mächtig auf die bevorstehende Einsatzzeit.

Im Juni 2002 war es dann endlich soweit. Wir traten unseren ersten Dienst an. Oh Mann – waren wir nervös!!! Am Anfang stieg unser Adrenalinspiegel bei jedem Alarm auf medizinisch bedenkliche Werte an. Sogar die automatischen Brandmeldeanlagen, die zu 95% nur Fehlalarme sind, machten uns „giggerig“. Doch das hat sich in der Zwischenzeit ein wenig gelegt. Nun sind wir seit gut einem Jahr im Dienst und haben bereits ca. 200 Einsätze hinter uns. Aber keine Angst, nur wenige davon hatten mit Feuer zu tun. In den anderen Fällen handelte es sich um Fehlalarme, Ölwehr-, Chemie­wehr-, Wasserwehr- oder Sturmholz-Einsätze, Hilfeleistungen für Sanität und Polizei, Auto­unfälle, Suizide, Tierrettungen und Totenbergungen. Es sind nicht immer schöne Einsätze, doch die schönen Erlebnisse kompensieren die schlimmeren bei weitem und schliesslich ist jeder Einsatz eine Hilfeleistung und dafür sind wir ja da!!!

Petras Zuständigkeiten sind Reparaturen an diversen Ausrüstungsgegenständen, Rettungsseil-Kontrollen, Leder- und Plachen­verarbeitung, usw. Nicole ist in den Ressort Wäscherei und Gravuren beschäftigt. Selbstverständlich müssen wir zwischendurch auch für die Praxis üben. Und dann steht noch Sport auf dem Programm, denn Feuerwehrleute müssen ja fit sein.