Chronik der Feuerwehr von Zürich

1280 Der Bäcker Wackerbold zündet aus Rache für eine Strafe die Altstadt an. Der Stadtbrand legte weite Teile des Nieder- und Oberdorfs in Asche. Daraufhin werden erstmals Feuer- und Pannerordnungen erlassen.
1318 In Zürich wütete ein Grossbrand. Die kleine Stadt vom Rennweg bis zur Rathausbrücke fiel in Schutt und Asche.
1336 Die Zunftverfassung überbindet den Zünftern die Feuer- und Sturmwehr der Stadt.
1357 Zürich wird in sechs Feuerwachen aufgeteilt. In Dorf, Linden, Neumarkt, Niederdorf, Münsterhof und Rennweg. Eine Anordnung verspricht jedem der sechs Turmwächter eine Belohnung für die Erstmeldung eines Brandes.
1375 Zur Kaminuntersuchung wurde die Stadt in 5 Quartiere aufgeteilt.
1377 Auf Verlangen des Stadtrates muss jeder Zünfter mindestens einen Feuereimer besitzen.
1400 Bis zum 15. Jahrhundert wurde in der Stadt ausschliesslich mit Holz- oder Ledereimern gelöscht. Das Löschen wurde durch die Zünfte organisiert.
1516 Gemäss Ratsbeschluss muss auf jedem Estrich eine Kufe voll Wasser stehen.
1549 Ein gewisser Fluntern zündet auf dem Susenberg ein Haus an, flüchtet und wird schliesslich in Schwyz verbrannt.
1572 Abends des 7. Mai schlug der Blitz in den Münsterturm. Dieser ging sofort in Flammen auf. Zum Glück half der gleichzeitig einsetzende Platzregen den Schaden in Grenzen zu halten.
1606 Ein Sechzehnjähriger, der partout nicht Schneider werden will, legt in Buchs ein Grossfeuer dem 14 Häuser und ein Kind zum Opfer fallen. Er wird in Zürich zum Tod auf dem Scheiterhaufen verurteilt und dortselbst verbrannt, wobei man ihm "gnadenhalber" einen Pulversack um den Hals hängt.
1619 Einführung der ersten Windlichter.
1622 Zürich erhält die ersten zwei Feuerschiffe, die auf der Limmat zum Einsatz gelangen.
1651 Jede Zunft erhält den Auftrag, 24 Feuerkübel anzuschaffen und der Stadt zur Verfügung zu halten. Da die Feuerhörner der Turmwächter nicht immer gehört wurden, musste ab sofort der Feueralarm auch noch mit den Kirchenglocken ausgelöst werden.
1652 Am 10. Juni versetzte ein Unwetter mit einem Blitzstrahl den Geissbergturm auf der Winkelwiese in Brand. Über 400 Zentner Pulvervorräte die darin eingelagert waren flogen mit einem gewaltigen Krachen bis zu 35m in die Luft. 7 Menschen kamen dabei ums Leben. Heute noch erinnert ein eingemauerter Ackerstein im Grossmünsterschulhaus mit folgender Inschrift an dieses Ereignis "10. Juni 1652. 34 Center."
1657 Einführung der ersten Handdruckspritzen mit zusammenhängendem Wasser-strahl. Das Wasser muss allerdings noch immer per Eimer zugeführt werden.
1697 Die Stadt besass sieben Handdruckspritzen.
1700 Mit der Lieferung einer hölländischen Schlangenspritze vom berühmten Konstrukteur Jan van der Heyde wurden in der Stadt erstmals Lederschläuche verwendet. Diese Schläuche wurden damals Schlangen genannt.
1721 Die Stadt war im Besitz von 15 Handdruckspritzen.
1721 Es wurden auf dem Seeschänzli und der Kronenporte je ein Mörser aufgestellt. Ertönten Böllerschüsse, mussten alle Maurer, Dachdecker, Zimmerleute und Bauhandwerker aus der Umgebung sofort vor die Stadttore.
1723 Morgens zwischen 5 und 6 Uhr, flog die Pulvermühle auf dem Unteren Mühlesteg auf der Werdinsel in Zürich durch Entzündung in die Luft. Die Erschütterung war so gewaltig, dass man diese in 2 Meilen Enfernung verspürte. Beide Pulvermacher kamen dabei ums Leben.
1728 Die Stadt Zürich erhält von Rudolf dem Ersten die erste Feuerverordnung, verbrieft durch eine Urkunde.
1730 Die Stadt besass 582 Feuereimer. Dazu kamen noch 1146 Eimer aus Privat-besitz. Die Stadt verfügte über 23 Handdruckspritzen.
1732 Brand vom 15.Oktober. In der Nacht vom 14. auf den 15. Christmonat um 2 Uhr entstand in Folge Verwahrlosung von Asche im Spital in Zürich, und zwar im Gebäude "Mueshafen", ein Brand, bei welchem 32 Menschen ums Leben kamen.
1744 Ein Knabe namens Beat Froschauer, Sohn eines Hochwächters, zündete am 13. September während der Sonntagspredigt das Hirschenhäuschen an und blies hernach selber zum Alarm. Er wurde zur Strafe enthauptet.
1750 Gleich zweimal am 23.Juni und am 25. August explodierte die Papier- und Pulvermühle am unteren Mühlesteg auf der Werd. Zum Glück gab es keine Verunglückte.
1760 Erster Raucherbrand! im Haus zum Waldreis, (heute Spiegelgasse ll) Dachstockbrand.
1763 Brand der Grossmünstertürme vom 21. August. Ein fürchterliches Gewitter tobte den ganzen Tag. Nachdem der Blitz zuerst ins Zollhaus bei der Sihlporte sowie in die Stube des Hochwächters im Turm in Kratz einschlug, wobei ein Wächter ums Leben kam, schlug er in den linken Glockenturm des Grossmünsters ein und verursachte erheblichen Schaden. Die Häufung von Blitzschlag und die auftretenden Feuersbrünste führte schliesslich dazu, dass Blitzableiter auf öffentlichen und privaten Gebäuden in Zürich und der Provinz angebracht wurden.
1765 Am 22. Mai legte ein gewisser Rudolf Hosstetter aus der Saffran-Zunft ein Memorial vor, als das eine Feuerassekuranz zu errichten sei.
1772 Es erscheint die erste gedruckte Feuerverordnung.
1775 Es wurde das erste Flöchnercorps gegründet.
1776 Am 4. August fuhr der Blitz wiederum in den Wachturm am Kratz. Der Hochwächter und seine Frau kamen mit dem Schrecken davon.
1778 Laut Bestandesaufnahme vom 11. April besass die Stadt zwei dreifache und 86 doppelte Leitern mit Wellen, sowie 25 grosse Feuerhaken.
1784 In der Stadt erscheint die erste gedruckte Ofenschauordnung.
1785 Im Kanton Zürich wurde eine Verordnung erlassen, dass alle Spritzen und Schläuche dasselbe Kaliber und dasselbe Schraubengewind aufzuweisen haben.
1785 In diesem Jahr erhielt die Feuerwehr der Stadt Zürich die ersten Hanfschläuche.
1787 Am 30. Juli geriet der Petersturm durch Blitzschlag in Brand. Dank grossem Einsatz der Feuerwehr konnte das Feuer nach einer halben Stunde gelöscht werden.
1788 Am 17. Juli entstand im alten Haus zur Schul in Gassen eine Feuersbrunst. Der Dachstuhl und der obere Teil des Stockwerkes brannten aus. Die Feuerbekämpfung wurde von Abgesandten aus Russland mitverfolgt um Erfahrungen zu sammeln.
Bei einem Grossfeuer wurden am 21. Mai erstmals Hanfschläuche verwendet.
Die Stadt besass noch ca. 1000 Fuss Lederschlangen. Eine Schlange war 40 Fuss lang.
Die Türme der St.Peter-, Prediger- und Grossmünsterkirche erhielten Blitzableiter mit Messingspitzen.
Es erschien ein Befehl, der das Rauchen in Gassen, Stegen, Wegen, Scheunen, Ställen und Speichern verbot. Busse 10 Taler.
1802 Brand am 13. Mai im Haus zur Käshütte am Fischmarkt wobei 9 Häuser in Flammen aufgingen.
Ebenfalls am 13. Mai flog wiederum die Pulvermühle zu Höngg in die Luft.
Es wurden alle Feuerspritzen durch das Helvetische Zeughaus gewartet. Die Stadt war um diese Zeit im Besitz von 1000 Hanfschlangen.
Zürich hatte einen Pflichtfeuerwehr-Mannschaftsbestand von 6700 Mann.
1808 Der Grosse Rat stimmt am 16. Dezember einer Einführung für den ganzen Kanton gültigen, allgemeinen Pflicht-Brandversicherung zu. Eine seit 1782 bestehende städtische Feuerassekuranzkasse konnte somit aufgelöst werden.
1809 Blitzschlag verursachte einen Scheunenbrand neben der Kreuzkirche, worin 1000 Garben Getreide und über 300 Zentner Heu lagerten. Die Scheune sowie einige Wohnhäuser brannten nieder.
1810 Zwei Feuerteufel zünden in Bauma mehrere Häuser an, wofür sie enthauptet werden sollen. Da jedoch das Richtschwert während der Ausführung des Urteils zerbricht, büssen sie schlussendlich auf dem Scheiterhaufen.
1811 Mitten in der Nacht vom 26. Oktober entstand ein Brand in der Werdmühle. Aus der Rordorfschen Öltrotte am Sihlkanal in Zürich konnte sich eine Magd in letzter Minute retten. Das Wohnhaus,die Ölmühle, Schleife und Tabakstampfe wurden eingeäschert.
1834 Am 28. Januar wurde erstmals eine Feuerwache bestehend aus 18 Mann in den Dienst gestellt. Sie waren auf der Polizeihauptwache stationiert. Die Ausrüstung bestand aus der tragbaren Feuerspritze der Weggenzunft. Aus Kostengründen wurde die Wache nach 2 Monaten wieder aufgehoben.
1844 Morgens um vier Uhr zerstörte eine grosse Feuersbrunst im "Vogelsang" in Zürich-Oberstrass ein Wohnhaus, Scheune und andere Nebengebäude des Gemeindeammanns.
1851 Am 19. März und am 9. April legt ein Fünfzehnjähriger bei seinem Riesbacher Lehrmeister Feuer. Das Kriminalgericht verurteilt ihn zu drei Jahren Zuchthaus Oetenbach.
1856 Brand im Hotel "Limmathof". Die Feuerwehr bekommt ihn unter Kontrolle.
1863 Zum erstenmal wird das freiwillige Turner-Spritzencorps erwähnt. Es bestand aus Mitgliedern des Männerturnvereins Zürich, der Alten Sektion Zürich und des Studententurnvereins Zürich.
1865 Die Wendrohre sind ungefähr ab diesem Jahr unmodern geworden und wurden langsam durch 50mm Hanfschläuche mit Strahlrohren ersetzt.
Die Einwohnerzahl der Stadt betrug 20'000 bis 25'000 Personen, mit einem Feuerwehr-Mannschafts-Bestand von ca. 2000 Mann und 24 verschiedenen Feuerspritzen.
1874 In der Stadt wurde ein Polizei-Feuerwehrpikett gegründet. Sein Bestand war 24 Mann. Von 1875 bis 1881 wurde es 63 mal zu Bränden gerufen.
1878 Am 4. November wurde das im Jahre 1874 gebaute Ausflugs-Restaurant Uto Kulm auf dem Uetliberg ein Raub der Flammen. Ursache war Brandstiftung durch den Wirt.
Am 17. November wurde die Orgel der Tonhalle durch eine Brandstiftung zerstört. Der Schaden betrug Fr. 20'000.-.
1881 Die Feuerwehr der Gemeinde Hottingen bei Zürich konnte eine geplante Nachtübung nicht durchführen, da sie keine Laternen besass.
Am 8. Oktober fand in Hottingen und Riesbach ein Leistungswettbewerb mit den Handdruckspritzen aller Stadtgemeinden statt. Die Spritze aus Wiedikon ging als Siegerin hervor. Diese Spritze befindet sich heute im Museum der Berufsfeuerwehr der Stadt Zürich
1882 Brandausbruch in Wiedikon. Die Stadtfeuerwehr rückt sofort aus und beginnt mit der Arbeit unter schwierigsten Umständen. Als schliesslich das Spritzenkorps verspätet eintrifft, verweigern sie so lange das Wasser, bis die Zürcher abziehen.
Die Stadt Zürich gründet eine eigene Brandassekuranz.
1883 Das Polizei-Feuerwehrpikett wird von der übrigen Feuerwehr stark kritisiert. Die ersten Stimmen für eine Berufsfeuerwehr werden laut.
1887 Dem Stadtrat wird ein Entwurft für das erste Löschpikett (ständig besetzte Wache) vorgelegt. Vorgesehener Bestand: 1 Chef, 1 Vizechef, 10 Löschmänner, 2 Kutscher und 3 Pferde.
Am 25. Juni brannte das alte Spital bei der Predigerkirche fast vollständig ab. Nur mit äusserster Anstrengung konnte die Feuerwehr ein Uebergreifen auf die Predigerkirche verhindern.
1890 Das Aktientheater an den Unteren Zäunen wird durch ein Grossfeuer vollständig vernichtet. Dass kein Theaterbesucher zu Schaden kommt, ist nur dem schnellen Handeln des diensthabenden Wachtmeisters Mülli und dem Theatercomité Präsident Kisling zu verdanken.
1893 Am 6. Juni um 5 Uhr morgens wurde an der Frankengasse eine Feuerwehrübung angesetzt. Die Feuerwehrleute wurden durch den Hochwächter auf dem St. Petersturm alarmiert. Bis der erste Wasserstrahl aus einem Rohr floss, dauerte es genau 40 Minuten.
Am 16. Dezember wurde das Zürcher-Turner-Spritzencorps aufgelöst.
1894 Ab diesem Jahr werden die Handdruckspritzen nicht mehr eingesetzt. Das Wasser wurde direkt ab Hydrant bezogen. Allerdings behielt jede Kompanie eine Spritze für den Notfall.
1895 In der Stadt werden die ersten Feuerwehrtelefone eingerichtet.
1897 Es gelten noch folgende Vorschriften über die Alarmierung der verschiedenen Feuerwehrkompanien:
Das Polizeipikett für Löschdienst: mit Telefon-Nr. 3000 bis 3009
  • Kompanie 1 und 2: durch die Kirchenglocken auf dem St.Petersturm und den 3 Nebelhörnern, die am Seilergraben 31, an der weiten Gasse 10 und an der Oetenbachstrasse 26 stationiert werden.
  • Kompanie 3: durch Alarmläuten der Kirchenglocke Enge.
  • Kompanie 4: durch zwei Nebelhornstationen an der Mutschellenstrasse 98.
  • Kompanie 7: durch die Dampfpfeife der Fabrik Escher-Wyss.
  • Kompanie 8: durch die Dampfpfeife des Städt. Gaswerkes.
  • Kompanie 12: durch Böllerschüsse auf dem Sprensenbühl.
1898 Am 2. April zerstörte ein Grossbrand die Telefonzentrale an der Bahnhofstrasse. Die Brandursache war eine 600 Volt führende Fahrleitung der Zürichbergbahn. Infolge starken Schneefalls wurde die Starkstromleitung auf eine Telefonleitung gedrückt. Der Strom gelangte durch die Telefonleitung in die Zentrale und löste dort den Brand aus.
Am 25. Juni wurde das Landesmuseum eingeweiht. Da zur selben Zeit ein Feuerwehr-Offizierskurs durchgeführt werden sollte, wurde dieser durch den damaligen Präsidenten des Schweiz. Feuerwehrvereins, Herr Schiess auf später verschoben.
1898 Sollbestand der Feuerwehr der Stadt Zürich am 1. Dezember:

Total: 1910 Mann
Stab: 32 Offiziere, 21 Aerzte, 87 Signalbläser, 31 Samariter
Löschkorps: 37 Offiziere, 126 UOF, 659 Mannschaft
Rettungskorps: 30 Offiziere, 119 UOF, 482 Mannschaft
Wachtkorps 29 Offiziere, 11 UOF, 246 Mannschaft

1900 Weisung des Stadtrates an den grossen Rat betreffs Schaffung einer Berufsfeuerwehr.
1902 Der Stadtrat wird ermächtigt, eine erste Berufsfeuerwehr zu bilden. Es wird ein Kredit von 426'000 Franken gewährt. Mit dieser Summe wird eine Dampfspritze angeschafft und am Basteiplatz eine Feuerwehrkaserne gebaut.
1903 Das Zürcher Stimmvolk lehnt die Bildung einer Berufsfeuerwehr ab. Die Feuerwehr bleibt vorläufig eine Milizwehr.

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